Ich glaube Wandel geht ganz anders als ich dachte...
Hallo du,
ich möchte dir heute erzählen, warum ich mein Bild von „Systemwandel“ gerade komplett neu sortiere.
Ich war in meinem Leben in vielen Gruppen aktiv, die sich für den Wandel einsetzen. Lauter tolle Projekte und wunderbare Menschen. Aber vor ein paar Jahren fing ich an, mich zu fragen, wie Systemwandel wirklich geht.
Mir fiel auf, dass mein Bild vom Wandel bis dahin ziemlich vage war:
Newsletter 1
Ich glaube, Wandel geht ganz anders als ich dachte…
Ich sah auf der einen Seite eine schlechte Welt - das „schlechte System“ - und dann irgendwo in der Zukunft eine „gute Welt“ mit einem „besseren System“. Dazwischen klaffte ein Abgrund - und ich hatte nicht wirklich eine Vorstellung davon, wie wir vom schlechten“ zum „besseren“ System kommen können. Petitionen, demonstrieren, Wälder schützen - alles wichtig. Aber wie sollten wir es damit schaffen, diesen riesigen Gesellschafts-Koloss (oder gar die Weltwirtschaft) von einem in einen vollkommen anderen Zustand zu bewegen? Es ist schwer, mit diesem Bild vom Wandel, Hoffnung zu haben.


Wieder zuhören
Aber dann habe ich angefangen, anderen Stimmen zuzuhören. Indigenen, Nicht-Westlichen, dem Wissen unserer Vorfahr_innen, den Pflanzen in meinem Garten und den Mikroorganismen im Boden. Und gemerkt: Mein Bild vom Wandel stimmt nicht.
Mein Bild vom Wandel war von einer Art zu denken beeinflusst, die ich für mich „das Fabrikdenken“ nenne. Das Fabrikdenken beherrscht uns hier in Europa seit Jahrhunderten. Ich nenne es so, weil es die Welt betrachtet wie eine Maschine. Die man in lauter Einzelteile zerteilen kann. Einzelne Menschen, einzelne Pflanzen. Und alles hat nur eine Funktion: Die Maschine am Laufen halten, die Profit produziert.
Denk-Blockaden
Und ich merke jeden Tag wieder: Wenn ich im Fabrikdenken gefangen bin, dann kann ich nicht verstehen, wie Wandel geht. Wie wir wirksam sein können. Was die wahren Ursachen der Probleme sind. Und was die wahren Lösungen.
Um Systeme zu verstehen, brauchen wir einen anderen Blick, den ganzheitlichen, Indigenen, permakulturellen. Und dann passiert etwas Wunderbares: Alles verschiebt sich, was klein ist wird groß und was groß ist klein.
Und wir können wieder erkennen, was das Fabrikdenken vor uns verbirgt: Welche unglaublichen Möglichkeiten wir haben, wirksam zu sein. Und wunderbare Verbündete. Fantastische Kräfte. Lebendige Netzwerke. …
In diesem Newsletter möchte ich dich mitnehmen auf meine Suche nach Wandel-Wissen und System-Verständnis.
Eine bessere Welt ist möglich - aber sie geht ganz anders als wir dachten :-)
Alles Liebe, bis bald,
Nathalie



